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Moxa-Therapie: wärmende Heilmethode aus Fernost

Moxa-Therapie: wärmende Heilmethode aus Fernost

Akupunktur ist mittlerweile den meisten Menschen in der Schweiz ein Begriff. Die Heilmethode stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin, kurz: TCM. Deren Methoden haben sich im Laufe der letzen Jahrzehnte auch bei uns etabliert. Weniger bekannt ist eine Variante der Akupunktur, die als Moxa-Therapie oder auch als Moxibustion angeboten wird. Was es mit dieser Heilmethode auf sich hat, in welchen Fällen sie helfen kann und wann die Therapie besser nicht angewendet werden sollte, haben wir uns in unserem FAQ genauer angeschaut.

Fernöstliche Unterstützung im Heilungsprozess: Was ist die Moxa-Therapie?

Manchmal wird die Moxa-Therapie auch als Wärmepunktur bezeichnet. Das liegt daran, dass sie eine Abwandlung der Akupunktur ist und sich aus dieser traditionsreichen chinesischen Heilmethode entwickelt hat. Es gibt inzwischen zwei Varianten des „Moxens“: mit oder ohne direkten Hautkontakt. Konkret wird bei der Moxibustion ein Kegel aus getrocknetem Beifuss – auch als Moxa-Kraut bezeichnet – verbrannt. Zwischen Haut und dem Kegel wird eine Unterlage aus Ingwer, Knoblauch oder Heilerde als Schutz gelegt: Dies ist die indirekte Moxibustion. Die direkte Version ohne schützende Unterlage kommt vor allem in China und Asien zur Anwendung. Die glimmenden Kräuterkegel auf der Haut setzen an bestimmten Akupunkturpunkten starke Wärmereize. Kleine Brandwunden, die bei der direkten Moxa-Therapie entstehen, sind dabei durchaus gewollt. Die ätherischen Öle des Beifusses entfalten unter Hitze ihre Wirkung. Ausserdem gehen westliche Wissenschaftler davon aus, dass die hohe Temperatur die Nervenenden in der Haut stimuliert und so den Körper zur Ausschüttung bestimmter Hormone anregt.

Wer bietet die Moxa-Therapie an?

  • In der Schweiz gibt es einerseits Ärzte mit Zusatzausbildung in Komplementärmedizin, die das Moxen anbieten. Vorteil dieser Anbieter ist, dass bis zu fünf Sitzungen jährlich von der Grundversicherung vergütet werden können.
  • Der weitaus grössere Teil der Therapeuten, die Moxibustion anbieten, haben allerdings eine Ausbildung zum Therapeuten gemacht. Für die Kostenübernahme dieser Anbieter braucht es eine Zusatzversicherung – oder du musst die Behandlung selbst zahlen.
  • Häufig haben diplomierte Akupunkteure und Naturheilprakiker, TCM Therapeuten und Naturärzte die Heilmethode im Angebot.

Welche Wirkung hat die Moxibustion?

Das jahrtausendealte System der chinesischen Medizin setzt die Moxa-Therapie ein, um Zustände von energetischer Leere oder Kälte zu beeinflussen. Die Heilkundigen gehen davon aus, dass Krankheiten eine Folge von Störungen im Fluss der Lebensenergie sind. Auf den Meridianen – Bahnen, die sich durch den ganzen Körper ziehen – fliesst das „Qi“ normalerweise ungestört. An bestimmten Punkten sollen Akupunktur und Moxibustion auf den Fluss der Lebensenergie einwirken, vorhandene Störungen und die mit ihnen einhergehenden Krankheitssymptome beseitigen. Die indirekte Anwendung der glühenden Kräuter regt – so die traditionelle Überlieferung – den Energiefluss an und aktiviert die körpereigenen Selbstheilungskräfte. Die Kräuter werden für die Moxa-Therapie in unterschiedlicher Form angeboten. Je nach Verfahrensweise benutzt der Therapeut

  • Moxa-Zigarren
  • Moxa-Nadeln
  • Moxa-Pflaster, die er auf die Therapiepunkte klebt.

Bei welchen Krankheiten wird die Heilmethode auf der Haut angewendet?

Ursprünglich stammt die Methode aus den kalten Bergregionen im Norden Chinas. Die ganzheitliche Behandlung basiert auf der Annahme, dass Energieblockaden den Fluss der Lebensenergie verhindern und so zu einer ganzen Reihe von Krankheiten führen. Etwa dreihundert verschiedene Symptome zählen die traditionellen Listen für die Moxa-Therapie auf. Sie findet Anwendung bei

  • Atemwegserkrankungen, zum Beispiel Asthma
  • Magen-Darm-Problemen und Durchblutungsstörungen
  • Abwehrschwäche
  • rheumatischen Krankheiten
  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen
  • Erschöpfungszustände

Durchfall und Depressionen, Reizdarm-Syndrom und Rückenschmerzen sind weitere Krankheitsbilder, bei denen die Heilmethode der Moxibustion unterstützend eingesetzt wird. Nicht eingesetzt werden sollte die Methode dagegen, wenn du unter Bluthochdruck, Diabetes, Neuropathien, an Fieber oder einer Infektionskrankheit leidest. Auch bei innerer Unruhe, Schlafstörungen und starker Nervosität gilt das Moxen als ungeeignet. Grundsätzlich dürfen die Kräuterkegel nicht im Vaginalbereich, in der Nähe von Krampfadern, den Augen oder im Nacken angewandt werden. Auch Beschädigungen der Haut, etwa Wunden oder entzündete Stellen, verbieten die Anwendung der Kräuterkegel. Akute Erkrankungen der Haut, kürzlich durchgeführte Operationen und Menstruationsblutungen schliessen die Behandlung ebenfalls aus. Bei Kindern solltest du die Methode nicht anwenden: Hier ist der Einsatz stark umstritten – nicht nur deshalb, weil ihre Wirkung nicht wissenschaftlich nachweisbar ist, sondern auch und vor allem deshalb, weil durch die Heilmethode zwar oberflächliche, aber doch vorhandene Verbrennungen entstehen können. Diese wiederum könnten sich entzünden. Damit kommen sie sowohl rechtlich als auch juristisch einer Körperverletzung sehr nahe.

Sanfte Medizin für Schwangere: Wie unterstützt die Moxa-Therapie während der Schwangerschaft?

In bestimmten Situationen während der Schwangerschaft setzen immer mehr Mütter auf die Methoden der Heilkunde aus dem chinesischen Norden. Gerade am Ende der Schwangerschaft werden bestimmte Meridiane stimuliert, um damit zum Beispiel Einfluss auf die Lage des Kindes im Bauch zu nehmen. Befindet sich das Ungeborene in Beckenendlage, soll die Moxa-Therapie die Gebärmuttermuskulatur anregen. Auf diese Weise, so die Annahme, kann das Kind vorsichtig dazu animiert werden, seine Lage zu verändern und sich in die optimale Geburtsposition zu drehen. Auch andere Anwendungsgebiete sind bei Schwangeren denkbar: Bei Verspannungen kann die Therapie, ähnlich wie eine Massage, auf sanfte Art lindernd wirken.

Wie oft muss die Moxibustion angewendet werden?

Das hängt stark vom behandelten Krankheitsbild, von den Beschwerden und auch von den erzielten Erfolgen ab. Grundsätzlich werden in der Schweiz bis zu fünf Behandlungen jährlich übernommen, die aus dem Bereich der TCM stammen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie von einem Arzt mit Zusatzsausbildung in Komplementärmedizin vorgenommen werden.

Kann ich die Moxa-Therapie selber durchführen?

Die unterstützende Wirkung von Kräutern wie dem Beifusskraut gilt nicht als medizinische Methode, sondern wird der alternativen Medizin zugerechnet. Das bedeutet nicht, dass sie unbedenklich angewendet werden kann. Sie sollte immer von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden. Tatsächlich kann nur dieser die Wirkung der Therapie auf die Gesundheit abschätzen. Auch erkennt er durch die umfassende Anamnese, ob die Therapieform überhaupt die richtige für das vorliegende Leiden ist. Wichtig ist vor allem: Die glimmenden und damit sehr heissen Kegel aus Beifuss können, unsachgemäss angewendet, zu Verbrennungen führen, die unschöne Narben zurücklassen. Ausserdem treten in seltenen Fällen Nebenwirkungen auf, etwa Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Auch deshalb ist die Beratung durch den kompetenten Fachmann wichtig.

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